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Pressekonferenz – Vorstellung des Wegweisers “Interkulturelle Hilfen und Angebote für Kind, Familie und Gesundheit im Rhein-Erft-Kreis”
Hilfsangebote in vertrauten Tönen – SPZ hat Katalog mit mehrsprachigen Arztpraxen und Kindergärten erstellt
Erstmals gibt es im Rhein-Erft-Kreis den Wegweiser “Interkulturelle Hilfen und Angebote für Kind, Familie und Gesundheit”. Was sich hinter dem etwas sperrigen Titel verbirgt, ist eine Auflistung von Kinderarztpraxen und Kindergärten, in denen Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund möglicherweise auf Menschen treffen, die ihre Sprache verstehen.
Welche Bedeutung das haben kann, sei ihm beim Studium einer medizinischen Abhandlung aus Kalifornien richtig klar geworden, sagt der Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) Rhein-Erft-Kreis, Dr. Harald Lüdicke, der den Wegweiser gestern zusammen mit SPZ-Mitarbeiterin Ulrike Beckers und den Aufsichtsratsmitgliedern Ralph Bombis (FDP) und Helmut Latak (SPD) vorstellte. Die Studie belege, dass ausländische Kinder häufig länger an Krankheiten litten und nach Operationen mehr mit Komplikationen zu kämpfen hätten als ihre inländischen Altergenossen. Grund: Ärztliche Anweisungen werden aufgrund von Sprachproblemen missverstanden, Medikamente falsch oder nicht eingenommen, Therapieangebote nicht wahrgenommen.
Ulrike Beckers, die den Wegweiser erarbeitet hat, kennt die Probleme aus eigener Anschauung. Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in Ecuador sei sie als Ausländerin selbst an ihre persönlichen Grenzen gestoßen. Es sei nicht einfach, in einer Fremdsprache Symptome zu erklären und die Barrieren, die durch andersartige Gesetze und Organisationen entstünden, zu überwinden.
Problem erkannt und gleich gehandelt: Im Rahmen einer berufsbegleitenden Zusatzqualifikation hat die Ergotherapeutin den Katalog erarbeitet, der nun ausländischen Mitbürgern die Suche der richtigen Artpraxis oder eines Ansprechpartners in einem Kindergarten erleichtern kann. Allerdings gibt es den Wegweiser bisher nur auf Deutsch.
Im Katalog wiedergegeben ist die Auswertung von mehr als 100 Fragebögen, die von 243 verschickten zurückgekommen sind. Das Ergebnis ist bunt und reicht von Arztpraxen und Kindergärten, in denn Akteure zwei und mehr Fremdsprachen beherrschen bis hin zu Einrichtungen, in denen allenfalls noch Broschüren mehrsprachig Hilfe bieten.
Lüdicke sieht die Arbeit als ersten Schritt. Per Fragebogen und Internet soll sie ab jetzt laufend aktualisiert und erweitert werden. Logopäden und Therapeuten sollen als nächste aufgenommen werden.
Im SPZ werden unter anderen Kinder und Jugendliche mit Entwichlungs- und Verhaltenstörungen behandelt. Rund 20 Prozent der Patienten haben einen Migrationshintergrund.
01.11.2008 Rhein-Erft-Rundschau, Nr. 256. Autor: Manfred Funken
Pressebericht – Auch die Sprache hilft bei der Heilung
Ulrike, Beckers nutzt Projekt für das SPZ
Gesundheitsführer soll helfen Krankheiten und deren Therapie zu verbessern
Bei einem Facharzt für Kinder ““und Jugendmedizin in Hürth gibt es Mitarbeiterinnen, die Niederländisch, Englisch, Französisch und Spanisch sprechen. In der Brühler Kindertagesstätte Wilhelmstraße gibt es drei Mitarbeiterinnen, die des Türkischen des Polnischen mächtig sind. In Erftstadt arbeiten zwei Pädagoginnen, die Russisch sprechen. Und in der Kerpen-Horremer Erziehungsberatungsstelle gibt es zumindest eine Honorarkraft, die Türkisch spricht. Woher wir das wissen ? Von Ulrike Beckers, Ergotherapeutin im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ, Heinrich-Meng-Institut) des Kreises in Kerpen-Horrem. Beckers hat über 15 Monate “Transkulturelle Kompetenz im Gesundheits- und Sozialwesen” erworben und sich nach dem Projekt darangemacht, einen Gesundheitsführer zu erstellen. Das Ergebnis präsentiert das SPZ am Freitag.
Beckers hatte schlicht festgestellt, dass Kinder und Jugendliche, um deren Gesundheit sich das SPZ kümmert, oft Probleme haben, wenn es um die Einnahme von Medikamenten oder um die Umsetzung von Therapien geht. Und das vor allem sobald ihre Sprachkenntnisse mangelhaft sind. “Da gibt es stärkere Nebenwirkungen eines Medikaments, wenn man es nicht richtig einnimmt, weil man die Packungsbeilage nicht lesen kann”, sagt sie. Oft seien Missverständnisse aber auch in kulturellen Ritualen oder Gewohnheiten begründet. Die Ergotherapeutin war selbst längere Zeit in Ecuador und hat erlebt, was Migranten für Schwierigkeiten bekommen können, wenn sie krank sind. Nach dem Vorbild der Stadt Köln hat Beckers im vorigen Jahr begonnen, Kinder- und Jugendärzte, Kindergärten, Tageseinrichtungen sowie Beratungsstellen per Frageboten nach Mehrsprachigkeit zu befragen. Der Rücklauf war mit 42 Prozent ( 243 Fragebögen hat sie verschickt) beachtlich. Das Material bildete den Grundstück für ihren Gesundheitsführer. Und der sei notwendig, sagt der Leiter des SPZ, Dr. Harald Lüdicke. Denn die Zahl der Kinder aus zugewanderten Familien nehmen ständig zu. Allein in den vergangenen Jahren sei der Anteil dieser Kinder, die das SSPZ aufsuchen, von 15 auf 25 Prozent gestiegen. Auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates der kreiseigenen, gemeinnützigen GmbH zur Früherkennung kindlicher Störungen und Fehlentwicklungen, Ralf Bombis (FDP) und sein Stellvertreter Helmut Latak (SPD) lobten die Arbeiter der Ergotherapeutin und deren Nutzen. Das Ergebnis sei vor allem im Zusammenhang mit der Debatte um Bildung wichtig, sagt Ltak. Bombis hob die Entwicklung des SPZ insgesamt heraus und erinnerte daran, dass die Arbeit nicht immer ganz leicht sei. Unter der Leitung von Lüdicke habe sich das SPZ aber “konsolidiert und sogar einen leichten Gewinn zu verzeichnen”.
01./02.11.2008 Kölner Stadt-Anzeiger, Nr. 256. Autor Norbert Kurth
Pressebericht – Therapie muss auch den bösen Blick berücksichtigen – Wie die Kommunikation mit Betroffenen aus anderen Kulturkreisen verbessert werden kann, stand im Mittelpunkt eines Symposiums.
Wenn ausländische Eltern mit ihrem kranken Kind ins Sozialpädiatrische Zentrum des Rhein-Erft-Kreises, “Heinrich-Meng-Institut”, kommen, funktioniert die Kommunikation nicht immer gut. “Das liegt nicht nur an den sprachlichen Defiziten”, erklärte Dr. Harald Lüdicke, ärztlicher Leiter und Geschäftsführers des Instituts. Manchmal sei es für das deutsche Fachpersonal schwer nachvollziehbar, warum die Erkrankung des Kindes von den Eltern anders interpretiert werde. “Das liegt eben auch an dem anderen kulturellen Hintergrund.”
Missverständnisse
Die Krankheit als Folge eines “bösen Blicks”, oder als Folge eines sündhaften Verhaltens in einem früheren Leben ““ solche Interpretationsansätze müssten bei der Verständigung mit Menschen aus anderen Kulturkreisen berücksichtigt werden. Sonst komme es zu Missverständnissen. “Die ausländischen Betroffenen verstehen nicht, warum die Mediziner über ihre Bedenken hinweggehen, die Mediziner begreifen wiederum nicht, warum die Eltern scheinbar nicht kooperieren.” Es müsse also nicht nur die Sprache übersetzt werden, sondern auch Verhaltensweisen, historische und soziologische Hintergründe.
Weil mittlerweile jedes dritte Kind im Rhein-Erft-Kreis, das bei den Untersuchungen zur Einschulung vorgestellt werde, einen so genannten Migrationshintergrund habe, müsse gehandelt werden. Das Symposium “Kindheit und Migration ““ interkulturelle Kompetenz in Beratung und Therapie” war ein erster Schritt.
In mehreren Sprachen
Rund 70 Interessierte nahmen an der Fachtagung im Soziokulturellen Zentrum teil. Themen wie “Leidens- und Krankheitsverhalten im Spannungsfeld zwischen Religion und Ethik”, “Migration und Behinderung” und “Ansätze der interkulturellen Öffnung im Sozialpädiatrischen Zentrum” standen im Mittelpunkt.
Im Sozialpädiatrischen Zentrum, in das etwa Kinderärzte Kinder mit auffälligem Verhalten zur weiteren Diagnose und Behandlung schicken, werde nun beispielsweise Informationsmaterial in mehreren Sprachen angeboten, erklärte Lüdicke. Im Rahmen des Symposiums wurde auch ein neues Berufsbild vorgestellt: Der Sprach- und Kulturmittler. Das sei ein Dolmetscher, der nicht nur übersetze, sondern auch zwischen den Kulturen vermittle und sich im Gesundheitssystem so gut auskenne, dass er Details erläutern und erklären könne. Derzeit werde das neue Berufsbild noch in der Bundeskonferenz verhandelt. Doch schon bald können Sprach- und Kulturmittler aktiv helfen, die Kommunikation zu verbessern.
21.11.2007 Kölner Stadtanzeiger. Autor: Anja Musick
Bilanzpressekonferenz – Erstmals kein Minus -
Das Sozialpädiatrische Zentrum des Kreises ist früher als geplant finanziell gesundet
Vor Jahren noch schien das Ziel in weiter Ferne zu liegen. Bis 2010, so der Wille des Kreistages, sollte das Sozialpädiatrische Zentrum des Kreises (SPZ), bekannter als Heinrich-Meng-Institut, ohne Einbußen bei der Qualität kostendeckend arbeiten. Nicht ohne Stolz verkündeten der Vorsitzende des Aufsichtsrates der kreiseigenen Gesellschaft, Ralph Bombis, und der ärztliche Leiter und Geschäftsführer, Dr. Harald Lüdicke, jetzt das Erreichen des Ziels. Bombis: “Vier Jahre früher als geplant.”
Die medizinisch-psychologische Einrichtung für Kinder und Jugendliche hat in den vergangenen Jahren so etwas wie eine Erfolgesgeschichte erlebt, seit ihr zwar hilfreiches, aber eher beschauliches Dasein in Brühl und in der kleinen Dependance in Bergheim endete. Die Neuzeit für die Einrichtung begann in der alten Neubottenbroicher Schule, geographisch ziemlich genau in der Mitte zwischen Wesseling und Bedburg, Frechen und Kerpen gelegen. Dazu kam mit Dr. Lüdicke, Arzt für Kinder und Jugendmedizin, ein neuer Chef in die frisch gegründete gemeinnützige GmbH. Ziel: Das bis dahin vorherrschende jährliche Defizit von durchschnittlich 250.000 Euro abbauen, wenn möglich ganz. Und das bis spätestens 2010.
*Neue Organisation*
Dass dies nun deutlich früher gelang, liegt nach Meinung der Verantwortlichen an höheren Anmeldezahlen, die auch bedingt sind durch die zentrale Lage, aber auch an der verbesserten Organisation liegen. Die Entwicklung der vergangenen drei Jahren jedenfalls ist ““ an den Zahlen gemessen ““ beeindruckend. 2004 startete das Institut mit seinen 25 festen Mitarbeitern im frisch sanierten Schulgebäude und schloss zum Ende des Jahres mit einem Defizit von 260.000 Euro ab. 2005 zeigte die Neuorganisation erstmals Wirkung. Die Einnahmen stiegen von 877.000 Euro auf 1,2 Millionen Euro und ließen das Defizit bei leicht gestiegenen Personalkosten ( 894.000 Euro ) und sonstigen Aufwendungen ( 324.000 Euro ) auf 83.000 Euro schrumpfen. 2006 dann die erste schwarze Null, genau genommen sogar ein Gewinn von 47 Euro und 24 Cent. Und Dr. Lüdicke versicherte: “Diese Bilanz ist nicht geschönt.”
*Qualität verbessert*
Dabei betonen er und Bombis aber, dass die Qualität der Behandlung und der Therapien ““ sie werden meist von den Krankenkassen bezahlt ““ nicht schlechter, sondern eher noch besser geworden sei. Die vier Ärzte, fünf Psychologen, acht Therapeuten der verschiedenen Richtungen und die Verwaltungsmitarbeiter bildeten ein “hochmotiviertes Team” und sorgen ständig für ein “hochwertig qualitatives Angebot in Diagnostik, Beratung und Therapie”. Damit sind auch die Schwerpunkte der Arbeit umrissen. Zum SPZ kommen Kinder und Jugendliche mit Störungen auf Auffälligkeiten aller Art: Von der Entwicklungsverzögerung über die Verhaltenstörung, spastischen Bewegungsstörungen und vieles mehr. In der Regel werden die Patienten von Kindern- und Jugendärzten oder ““psychiatern mit einer Überweisung nach Horrem geschickt. Dort entscheiden die Ärzte nach einer eingehenden Diagnose, was zu tun ist. In aller Regel können die Mitarbeiter im SPZ helfen. Nicht immer geht es dabei um medizinische Probleme, sondern oft darum, die kleinen Patienten zu stärken und die Familie besser in das soziale Umfeld zu integrieren.
07.09.2007 Kölner Stadt Anzeiger. Autor: Norbert Kurth
Ausgeglichene Bilanz kommt vier Jahre zu früh – Das Sozialpädiatrische Zentrum des Rhein-Erft-Kreises alias “Heinrich-Meng-Institut” in Neubottenbroich schreibt erstmals schwarze Zahlen
Erstmals kann das sozialpädiatrische Zentrum des Rhein-Erft-Kreises, vielen besser bekannt als “Heinrich-Meng-Institut” eine positive finanzielle Bilanz vorlegen.
Dies verkündeten der Vorsitzende des Aufsichtsrates der kreiseigenen gemeinnützigen GmbH, Ralf Bombis und Harald Lüdicke, der Geschäftsführer und ärztlicher Leiter der Einrichtung.
Bis 2003 wurde die Einrichtung, die zuständig ist für die Untersuchung und Behandlung für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen, drohenden oder schon vorhandenen Behinderungen, vom Kreis betrieben.
Neben der Verselbständigung des Instituts durch Gründung der gGmbH beschloss der Kreistag, den Sitz des Instituts von Brühl in die geographische Mitte des Kreises in die alte Neu-Bottenbroicher Schule zu verlegen.
Mit dem aus Hannover kommenden Arzt für Kinder- und Jugendmedizin Harald Lüdicke bekam die frisch gegründete GmbH einen neuen Chef.
“Wir haben damit kalkuliert frühestens 2010 schwarze Zahlen schreiben zu können, will sagen den jährlichen Zuschuss des Kreises von rund 260.000 Euro abzubauen” so Bombis und Lüdicke.
“Wir sind stolz darauf, dass wir es vier Jahre zuvor schon geschafft haben.” Neben der zentralen Lage und der damit verbundenen höheren Anzahl an Anmeldungen seien vor allem die Verbesserung er Öffentlichkeitsarbeit, die gute Kooperation mit niedergelassenen Ärzten ausschlaggebend für die gute finanzielle Lage des Instituts, das mit 47,24 Euro sogar einen kleinen Gewinn erwirtschaftet hat.
Die Umsatzerlöse der Einrichtung stiegen im zweiten Jahr von 877.000 auf 118.100 Euro an bei leicht steigendem Personalaufwand (von 850.000 auf 894.000 Euro und steigendem Betriebsaufwendungen (von 227.000 Euro auf 324.000 Euro).
Beide Aufwendungssarten konnten 2006 reduziert werden (Personalaufwand 858.000 Euro; sonstige 317.000 Euro) bei weiterhin steigendem Umsatz (121.400 Euro).
Ein betriebswirtschaftlich im wahrsten Sinne des Wortes denkwürdiges Ergebnis, da, das betonen Bombis und Lüdicke mit Nachruck, die Qualität der Einrichtung sich in den letzten Jahren sogar verbessert habe.
Das 25 Mann starke und nach Aussage des Chefs “hoch motivierte” Team, das sich aus zwei Ergotherapeuten, drei Logopäden, zwei Physiotherapeuten, einer Motopädin, zwei Heilpädagogen, vier Ärzten, fünf Psychologen und vier Verwaltungsmitarbeitern zusammen setzt, bietet Kindern und Jugendlichen spezialisierte Angebote in ihren Fachgebieten in jeweils eigenen Räumen mit entsprechender Ausstattung.
Darüber hinaus bietet das Institut Beratungsmöglichkeiten für Eltern junger wenig sprechender Kinder an sowie Schulungen für Eltern, deren Kinder am Aufmerksamtsdefizithyperaktivitätssyndrom (ADHS) leiden.
In den meisten Fällen werden die jungen Patienten von Kinder- oder Fachärzten an das Institut überwiesen.
Nach einer Eingangsdiagnose entscheiden die Ärzte dann, was jeweils zu tun ist. Nachdem ein Förder- und Behandlungsplan im Gespräch mit der Familie erstellt wurde, beginnt die Beratung oder Therapie.
Die Befundberichte gehen an den überweisenden Arzt mit dem ““ wie auch mit anderen die Familie betreffenden Institutionen ““ Kooperation angeboten und gepflegt wird.
26. September 2007 Werbepost, Nr. 39.
Alte Schule wird Beratungsstelle – Sozialpädiatrisches Zentrum zieht nach Umbau als Mieter in das Gebäude ein
Erftkreis. Die alte Schule in Kerpen-Neubottenbroich wird neuer Sitz des Sozialpädiatrischen Zentrums, das bisher in Brühl angesiedelt ist. Die kreiseigene gGmbH wird dort im Mai des kommenden Jahres als Mieterin einziehen. “Das Gebäude wird nach den Wünschen der Einrichtung umgebaut und ausgestattet”, kündigt Kreisdirektor Günter Hoffmann an. Und er meint weiter: “Das Sozialpädiatrische Zentrum wird dann sehr gut untergebracht sein.”
Vor der Sommerpause hatten sich die Kreistagsgremien einstimmig für diese Lösung ausgesprochen. Der Mietvertrag zwischen Erftkreis und Sozialpädiatrischem Zentrum soll demnächst unterschrieben werden.
Im Jahr 2000 hatte der Erftkreis schon einmal Interesse an dem Schulgebäude gezeigt, das damals nicht der Stadt Kerpen gehörte und zum Verkauf stand. Überlegungen, die Immobilie zu erwerben und dort die Schule für Erziehungshilfe der Sekundarstufe I unterzubringen, wurden jedoch verworfen, weil sich mit der alten Bergschule in Frechen ein Gebäude fand, das für diesen Zweck als besser geeignet erschien.
Die Stadt Kerpen verkaufte dann vor zwei Jahren das unter Denkmalschutz stehende alte Schulgebäude in Neubottenbroich an die Firma Michael-Schumacher-Immobilien (MSI) aus Kerpen-Horrem, die sich zunächst selbst an diesem Standort niederlassen wollte.
Das Sozialpädiatrische Zentrum wird hier mit zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einziehen. Aufgabe der Einrichtung sind Beratung und Therapie für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen, wobei die Mütter und Väter in die Behandlung miteinbezogen werden.??
03.09.2003 Kölnische Rundschau. Autor: Manfred Funken
“Nachbarn haben uns hier gut aufgenommen” – “Sozialpädiatrisches Zentrum” des Kreises jetzt in neuen Räumen
Kerpen-Neubottenbroich (td).
In dem Gebäude der Neubottenbroicher Gebäude der Neubottenbroicher Alten Schule am Buchenweg hat am 1. Juli das “Sozialpädiatrische Zentrum Rhein-Erft-Kreis” (SPZ), die gemeinnützige gGmbH “Heinrich-Meng-Institut”, die Arbeit aufgenommen. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein Behandlungszentrum, in dem Kinderärzte, Neurologen, Logopäden und Therapeuten verschiedenster Disziplinen Kinder mit Entwicklungsstörungen behandeln.
Spastische Bewegungsstörungen und Epilepsie werden dort genauso behandelt wie etwa chronische Kopfschmerzen, Wahrnehmungs- oder Aktivitätsstörungen. “Durch die vielen Spezialisten können langfristige Förderpläne für die Kinder erstellt werden, die inhaltlich aufeinander abgestimmt sind”, erklärte Dr. Harald Lüdicke.
Dem Kinderneurologen obliegt die ärztliche Leitung. Neben medizinischen Fachkräften arbeiten auch Psychologen und Sozialarbeiter im 23-köpfigen Team, so dass auch bei Problemen mit Ämtern geholfen werden kann, etwa bei der Beantragung eines Zivildienstleistenden, der bei der Betreuung eines behinderten Kindes hilft. Die Behandlung der Kinder im SPZ erfolgt ausschließlich ambulant.
Vor dem Umzug nach Neubottenbroich war das Zentrum in Brühl beheimatet und verwaltungstechnisch eine Kreiseigene Einrichtung. Jetzt wurde das SPZ in eine “gGmbH”, eine gemeinnützige GmbH, umgewandelt. “Darüber gab es Konsens in allen Fraktionen des Kreistages”, so Ralph Bombis, Vorsitzender des Aufsichtsrates. Ein entscheidender Vorteil sei, dass bei Personalentscheidungen nun schnell reagiert werden könne und nicht ein langwieriges Verfahren des Personalausschusses des Kreises abgewartet werden müssen. “Außerdem stehen wir jetzt unter dem Zwang der Wirtschaftlichkeit”, betonte Geschäftsführer Günter Hoffmann, der “fest überzeugt” ist, in den nächsten fünf Jahren deutliche Schritte zur “schwarzen Null” zu schaffen.
Bisher musste der Kreis, der auch jetzt 100 Prozent der Anteile trägt, jährlich 300.000 Euro zuschießen. Um wirtschaftlicher zu arbeiten, soll die Patientenzahl von derzeit jährlich bis zu 2000 noch gesteigert werden. Die alte Schule Neubottenbroichs sei jedenfalls “ein Glücksgriff”. “Die Nachbarn haben uns gut angenommen.” Damit ein behindertes oder entwicklungsauffälliges Kind, das nicht privat versichert ist, im SPZ Hilfe findet, ist immer eine Überweisung nötig.
28.07.2004 WOCHENENDE Kreisnachrichten.
Die alte Schule war ein Glücksgriff – Das Sozialpädiatrische Zentrum ist von Brühl nach Neu-Bottenbroich umgezogen
Kerpen-Neubottenbroich. “Das Gebäude war ein Glücksgriff”, sagt Günter Hoffmann, Geschäftsführer des Heinrich-Meng-Instituts gGmbH, dem Träger des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ). Seit dem 1. Juli hat das Zentrum seinen Sitz in der umgebauten ehemaligen Schule von Neu-Bottenbroich. “Die Größe ist für unsere Zwecke genau richtig, außerdem liegt das Gebäude in einer ruhigen Wohngegend und hat eine günstige Verkehrsanbindung”, freut sich der ehemalige Kreisdirektor.
Das SPZ war bisher in Brühl ansässig. Der Rhein-Erft-Kreis hat den Sitz des Zentrums in die Mitte des Kreises verlegt, damit auch Eltern aus Elsdorf und Bedburg seine Angebote nutzen können. Im Gegensatz zu Brühl hat das SPZ in Neu-Bottenbroich keine Erziehungs- und Schulberatung mehr. Die werden jetzt von den Kommunen angeboten. Ärztlicher Leiter des SPZ ist seit dem 1. Januar der Kinderarzt Dr. Harald Lüdicke.
Das SPZ, das 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, untersucht und behandelt Kinder und Jugendliche, die Entwicklungsstörungen haben, behindert oder von Behinderung bedroht sind. Beratung, Diagnose und Therapie sind die drei Bausteine des Konzepts. Die Kinder werden von Kinderärzten an das SPZ überwiesen.
Ärzte, Psychologen und Therapeuten arbeiten in Teams eng zusammen und entwickeln gemeinsam mit den Eltern einen Förder- und Behandlungsplan. Das SPZ, das 1800 bis 2000 Klienten im Jahr betreut, arbeitet eng mit Kindergärten, Schulen und Jugendämtern zusammen. Neue Schwerpunkte setzt es für Kinder mit Mehrfachbehinderungen, chronischen Kopfschmerzen sowie bei Migräne und Epilepsie.
Das Heinrich-Meng-Institut ist eine 100-prozentige Tochter des Rhein-Erft-Kreises und wurde vom Kreis in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt. “Bei Neueinstellungen können wir deshalb schneller reagieren als der Personalausschuss des Kreises”, erläutert Günter Hofmann.
Das SPZ unterliegt jetzt dem Zwang der Wirtschaftlichkeit”, den der Kreis vorgegeben hat, muss also seine Patientenzahlen erhöhen. Hoffmann ist zuversichtlich, dass dies gelingt, es gebe bereits einen Aufwärtstrend. Das SPZ wolle in den nächsten Jahren den Zuschussbedarf von bisher 300 000 Euro allmählich abbauen.
“Wir haben einen guten Ruf bei den Ärzten”, weiß Hofmann. Am Freitag, 1. Oktober, lädt das SPZ alle Bürgerinnen und Bürger zu einem Tag der offenen Tür ein.
15.07.2004 Kölnische Rundschau. Autor: Heinz Ludwig Kanzler

