20.06.2014

Tag der offenen Tür zum Geburtstag: Hilfe für Kinder Zentrum wird zehn Jahre alt

Kölner Stadt-Anzeiger – Rhein-Erft

von Wilfried Meisen

Eine Erfolgsgeschichte ist die Ansiedlung des Sozialpädiatrischen Zentrums im Kerpener Stadtteil Neu-Bottenbroich. Vor zehn Jahren zog die auch als Heinrich-Meng-Insitutt bezeichnete Kreiseinrichtung, die die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördern soll, von Brühl in die alte Schule am Buchenweg 9-11 um. Seitdem ist die Zahl der betreuten Fälle stetig von 800 auf jetzt rund 2000 pro Jahr angestiegen, berichtet der ärztliche Leiter Dr. Harald Lüdicke. „Dabei konnten auch die Wartezeiten erheblich auf jetzt maximal vier bis sechs Wochen verkürzt werden.“ Gelungen sei es zudem, die vor dem Umzug „hoch defizitäre Einrichtung“ in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen auf wirtschaftlich stabilere Füße zu stellen, ergänzt FDP-Politiker Ralph Bombis. Er leitet für den Kreis den Aufsichtsrat der GmbH.

Grund genug also, um das zehnjährige Bestehen am neuen Standort mit einem Tag der offenen Tür zu feiern. Der richtet sich ans Fachpublikum, also an Ärzte, Therapeuten, Erzieher oder Lehrer und findet am Mittwoch, 25. Juni. 11 bis 16 Uhr, statt. Die Besucher können sich über die verschiedenen Angebote des Institutes informieren, die etwa von einer „Schreibaby-Sprechstunde“, dem Training sozialer Fähigkeiten bei Kindern bis zur Unterstützung für Eltern von Kindern mit Problemverhalten reichen. Ärzte, Therapeuten und Psychologen der Einrichtung helfen bei der Diagnostik und der Therapie, wobei sie wissenschaftlich auf der Höhe der Zeit bleiben: etwa die Logopädin Birgit Ehl, die für ihre Studie zur Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen bei sukzessiv mehrsprachigen Kindern gerade einen Preis für transkulturelle Pädiatrie bekommen hat.

Sprachtests
Ehl untersucht mit Hilfe von standardisierten Sprachtests bei Kindern mit Migrationshintergrund etwa, warum diese den falschen Satzbau verwenden oder nur einen geringen Wortschatz haben. Inwieweit sind diese sprachlichen Defizite auf grundlegende Sprachstörungen zurückzuführen? Oder haben sie nur damit zu tun, dass das Kind noch nicht genügend Gelegenheiten hatte, Deutsch zu lernen? Das kann etwa bei Familien, in denen Türkisch die Erstsprache ist, der Fall sein. Das Ergebnis ist für die weitere Förderung der Kinder wichtig.

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